30 mph ist das Tempo, mit dem Wohnstraßen typischerweise ausgeschildert sind, ab dem die meisten Verletzungen bei Fußgängerunfällen überlebbar werden und bei dem ein kräftiger Rückenwind auf dem Rad praktisch nicht zu spüren ist. Es ist außerdem schneller als der schnellste Sprinter der Welt je gelaufen ist. Hier erfährst du, was 30 mph wirklich in Zahlen, im Gefühl und im Anhalteweg bedeuten.
30 mph entspricht
- 48,28 km/h (Kilometer pro Stunde)
- 26,07 Knoten
- 13,41 m/s (Meter pro Sekunde)
- 44,00 ft/s (Fuß pro Sekunde)
Wie sich 30 mph im Auto anfühlen
Im Auto fühlen sich 30 mph langsam an. Das ist das Tempo, mit dem du aus einem Parkplatz herausrollst, durch eine Wohnstraße fährst oder eine Schulzone passierst. Du kannst ein Gespräch führen, Schilder lesen und auf ein Kind, das auf die Straße rennt, noch rechtzeitig reagieren. Motorengeräusche und Reifenrollen sind minimal, das Lenkrad liegt leicht in der Hand. Die meisten beschreiben 30 mph als „entspanntes Cruisen".
Der Grund, warum 30 mph in den USA, in Großbritannien und in weiten Teilen Europas das übliche Tempolimit in Wohngebieten ist, liegt in der Überlebenswahrscheinlichkeit bei Kollisionen. Ein Fußgänger, der bei 30 mph angefahren wird, hat etwa eine 50-prozentige Chance auf eine schwere oder tödliche Verletzung. Bei 20 mph sinkt das auf unter 10 Prozent. Bei 40 mph steigt es auf über 80 Prozent. Die Kurve ist nicht linear, und 30 mph liegen genau am Wendepunkt.
Wie sich 30 mph auf dem Rad oder beim Laufen anfühlen
Auf dem Fahrrad sind 30 mph schnell. Profis im Straßenrennen halten in einer Tour-de-France-Ausreißergruppe auf flacher Strecke 25 bis 28 mph. Ein versierter Amateur kann auf flacher Straße ohne Wind kurz 30 mph erreichen, sie dauerhaft zu halten verlangt aber viel Leistung (etwa 350 Watt). Bergab kommen 30 mph auf jeder moderaten Abfahrt mühelos zustande.
Beim Laufen sind 30 mph schneller, als je ein Mensch gelaufen ist. Usain Bolts Spitzentempo bei seinem 100-Meter-Weltrekord lag für einen Moment bei etwa 28 mph. Der durchschnittliche Läufer erreicht im Sprint Spitzenwerte von 10 bis 15 mph und hält bei einem normalen Lauf 6 bis 8 mph. 30 mph sind für einen Menschen rein theoretisch.
Anhalteweg bei 30 mph
Auf trockenem Asphalt mit guten Reifen kommt ein typischer Pkw aus 30 mph in rund 75 Fuß zum Stehen, Reaktionszeit inbegriffen. Aufgeschlüsselt:
- Reaktionsweg (1,5 Sekunden): 66 Fuß
- Bremsweg (Vollbremsung): 33 Fuß
- Anhalteweg insgesamt: etwa 99 Fuß
Auf nasser Fahrbahn 30 Prozent dazurechnen. Auf Eis oder Schnee verdoppelt sich der Weg. Ein Kind, das hinter einem geparkten Auto 50 Fuß vor dir auf die Straße läuft, ist bei 30 mph allein durch Bremsen nicht mehr zu vermeiden, die Strecke reicht nicht. Genau deshalb sind Tempolimits in Wohngebieten so wichtig.
30 mph in der Natur und im Alltag
Was im Alltag rund um 30 mph unterwegs ist:
- Ein Rennpferd im vollen Galopp (35 bis 45 mph in kurzen Spitzen)
- Ein Greyhound im Vollsprint (kurzzeitig 40 bis 45 mph)
- Ein normaler Golfwagen bei Höchstgeschwindigkeit (15 bis 25 mph)
- Anhaltende Winde eines tropischen Sturms der Kategorie 1 (39 bis 73 mph)
- Ein E-Scooter am oberen Limit (die meisten sind auf 15 bis 20 mph gedrosselt; unverschlossene Modelle erreichen 30)
- Die Endgeschwindigkeit eines kleinen Vogels im Sturzflug
- Ein wandernder Monarchfalter mit kräftigem Rückenwind
Sind 30 mph schnell oder langsam?
Es hängt komplett davon ab, was sich bewegt. Für ein Auto langsam. Für einen Radfahrer schnell. Für einen Läufer unmöglich. Für einen Golfwagen die Höchstgeschwindigkeit. Für einen Vogel normales Reisetempo. Die Zahl ändert sich nicht, aber der Kontext ändert komplett, wie sich 30 mph anfühlen.
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